Stelle dich allen Gefahren!
in dieser Welt warten mächtige Gegner auf Dich!

Vielleicht werden meine Aufzeichnungen eines Tages gefunden. Ich glaube nicht, dass sie den König noch erreichen. Die Dämonen aus Utor kontrollieren die Straßen. Wir sind von der Außenwelt abgeschnitten und können nur abwarten. Wir haben schon Wetten abgeschlossen: Finden sie uns, bevor uns die Lebensmittel ausgehen, oder entdecken sie nur noch unsere Leichen?

Wenn wir uns ganz still verhalten und ausharren, gelingt uns vielleicht die Flucht. Haligard soll noch frei sein … Wenn es uns gelingt, uns bis dorthin durchzuschlagen … Doch halt! Ich schweife ab! Es gibt so Wichtiges zu berichten!

Wir haben sie gefunden. Tausend Jahre sind vergangen, doch die Schriften sind unversehrt. Welch großartiger Fund!

Die Stätten der einstigen Macht existieren noch immer. Noch haben die Horden von Utor sie nicht gefunden. Noch können sie die Zeichen nicht lesen. Doch wie lange noch?

Es ist erschreckend, dass sich die Prophezeiung von Sirias nun tatsächlich erfüllt. Er hat seine Vision mit dem Leben bezahlt, als Hochverräter angeklagt und exekutiert … Aber wer weiß? Diesen Aufzeichnungen zufolge ist es der Lauf der Dinge. Vielleicht muss alles genauso geschehen, damit diese Welt Bestand haben kann.

(Forschungstagebuch des königlichen Archäologen Netharian,Seite 57, Tag 143 des großen Krieges)

Die Geschichte von Taern

1000 Jahre nach der Schlacht, 1000 Jahre vor der Schlacht

So muss es geschehen. Jede Hochkultur vergeht nach einer gewissen Zeitspanne, und immer ist es gleich. Ich habe alte Dokumente gefunden. Sehr alte. Und nun weiß ich, was kommt. Es wird geschehen, dessen bin ich sicher.

Leser, der du meine Aufzeichnungen einst findest, sei gewarnt! Wir befinden uns an einem Scheideweg. Gelingt es uns, den Hochmut abzulegen und Frieden zu schließen mit all unseren Brüdern? Unsere Länder sind verschieden, doch unsere Herzen sind es nicht.
Der Friede wird nicht ewig währen. Ein Krieg wird kommen. Schrecklicher, blutiger, als du, Leser, es dir vorzustellen wagst.

Taern wird fallen. Von heute an in tausend Jahren. Utor wird über Taern kommen, es mit Leid, Brand und Tod überziehen. Die wenigen Taernier, die fliehen können, haben dann keine Heimat mehr. Taern fällt. So wie vor tausend Jahren Utor fiel. Heimgesucht von den wilden Horden Taerns, unseren Vorfahren. Denn vor tausend Jahren brachten Taernier den Krieg nach Utor. Ja, Leser. Du magst entsetzt den Kopf schütteln, doch meine Forschungen beweisen es. Zweitausend Jahre Frieden in einem Land, gärender Neid, aufblühender Hass im anderen.

Können wir diese Entwicklung verhindern?
Reicht euch die Hände zur Freundschaft! Öffnet die Grenzen, heißt eure Brüder aus Utor mit offenen Armen willkommen! Diese beiden Völker sind eins! Wie lange wird es noch dauern, wie viele Schlachten müssen noch geschlagen werden, bis wir das verstehen? Um wirklich Frieden zu finden, müssen wir das Einzige opfern, das zu allen Zeiten unser war: Unseren Stolz.

Sirias, Feuermagier und Seher, in niemandes Diensten und stets frei,
1000 Jahre nach der Schlacht und 1000 Jahre vor der Schlacht
Geschichte von Taern

Lange Zeit war Taern ein friedliches und fruchtbares Land. Die Wälder waren riesig und voller Getier, klare Flüsse durchzogen liebliche Täler. Das Volk von Taern war glücklich. Es hatte alles, was es brauchte. Der König regierte weise und gerecht. Seine Untertanen verehrten ihn, und dank seiner klugen Führung musste niemand Hunger leiden. Nur für eines waren die Taernier blind: Für all jene Dinge, die sich außerhalb ihrer Grenzen ereigneten …

Seit vielen, vielen Generationen bestand der Frieden. Niemand erinnerte sich mehr an die Ereignisse, die zweitausend Jahre zurücklagen … und wenn doch, so waren es nur mehr Mythen, die man sich des Abends am warmen Kamin erzählte … Und niemand, wirklich niemand, wusste mehr, was damals wirklich geschehen war – bis das böse Erwachen kam. Südwestlich von Taern, hinter den Vulkanen, lag das Land Utor. Einst ähnlich schön und lieblich wie Taern, doch nun verheert.Die Utorianer lebten in lose zusammengewürfelten Nomadenstämmen, die sich oftmals gegenseitig bekämpften, wenn sie einander über den Weg liefen. Doch eines hatten alle gemein: Ihr Neid und ihr Hass auf Taern war größer als ihre Wut aufeinander.

Und so kam es, dass es schließlich einem Mann gelang, alle Utorianer zu einen: Holdur, ein hinterhältiger Kerl, hatte sich den Respekt aller Stämme erarbeitet. Er spann geschickte Intrigen und brachte dadurch die meisten Stammesfürsten in Misskredit. Viele von ihnen wurden getötet. Die übrigen schlossen sich Holdur an – teils aus Furcht, teils aus Gier. Holdurs Ziel rückte in greifbare Nähe.

Zeit seines Lebens war sein Neid auf das Volk von Taern gewachsen. Sie mussten sich um nichts sorgen, mussten nicht darum bangen, ob und wie sie den nächsten Tag überleben würden … Es gab nur zwei Dinge, die Utor im Überfluss besaß: Eisenerz und den Neid auf den Nachbarn hinter den feuerspeienden Bergen. Tage, Wochen, Monate erklang das Hämmern der Schmiede, bis die Horden Utors ein gut ausgerüstetes Heer waren.

Geschichte von Taern

Als Holdur schließlich den Angriff befahl, hatte Taern ihm kaum etwas entgegenzusetzen. Das Grenzgebiet fiel an nur einem Tag. Hunderte Taernier mussten ihr Leben lassen, und Unzählige folgten bald.

Die große Schlacht war aussichtslos für Taern. Als der König schließlich getötet wurde, zerbrach sein Heer. Die Krieger suchten ihr Heil in der Flucht, doch nur die wenigsten konnten entkommen.

Und nun … Nun ist Taern von Utors Truppen besetzt. Allmählich ebben die Kämpfe ab, denn es gibt kaum noch Taernier, die sich wehren könnten.

Geschichte von Taern
Bis auf Dich.
Du bist die letzte Hoffnung deiner zerstörten Heimat.
Nur Du kannst Taern befreien, wenn Du es wirklich willst.
Nimmst Du die Herausforderung an?
Geschichte von Taern